Wasserstoff: Namibia muss profitieren
90-prozentige Lokalbeschäftigung – Energieüberschuss für Süden
Momentan scheinen die Herausforderungen, die eine Produktion von grünem Wasserstoff an Namibia stellt, enorm. Deutschland scheint diese Herausforderungen allerdings gemeinsam mit Namibia angehen zu wollen – es soll eine Win-Win-Situation herbeigeführt werden. Rainer Baake begibt sich mit offensichtlichen Erfahrungswerten an den Verhandlungstisch.
Von Frank Steffen, Windhoek
Das Forum Deutschsprachiger Namibier (FDN) hatte am vergangenen Samstag zu einem Symposium in das Goethe-Institut eingeladen und beleuchtete das Thema „Grüner Wasserstoff und die künftige Energiesicherheit Namibias“ (AZ berichtete). Unterstützt wurde das hochinteressante Symposium von der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS). In einer Zeitspanne von knapp fünf Stunden schafften es die Gastredner, die diese Materie verständlich zu erklären.
Dr. Clemens von Doderer von der HSS setzte bereits eingangs die Akzentey, indem er seine Vermutung aussprach, dass „es nicht eine Frage ist, ob die Herstellung des grünen Wasserstoffs passiert, sondern wann“. Im besten Fall könne Namibia drei Prozent der weltweiten Nachfrage nach Wasserstoff befriedigen. Momentan sei die größte Herausforderung die Frage, wo die Menschen untergebracht werden sollen und es Bedenken hinsichtlich der Infrastruktur gebe. Ferner müssten die Belange der Lokalbevölkerung respektiert werden.
Dem Vortrag von Dr. Rainer Baake, dem Sonderbeauftragten für die Deutsch-Namibische Klima- und Energiekooperation im Bundesministerium für Wirtschaft und Klima, galt das größte Interesse. Baake betrachtet sich selbst als Umweltschützer, ein Anspruch, den er wohl als jahrelang im Bündnis 90/Die Grünen aktiver Politiker zu Recht erheben kann. Der gelernte Diplom-Volkswirt diente in den 90ern als Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium und war später Staatssekretär im Bundesumweltministerium unter Jürgen Trittin.
Der Atomausstieg, erneuerbare Energien und Emissionshandel gehören zu Baakes Fachgebieten. Letztendlich diente er als Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe und wurde später zum Direktor der Agora Energiewende. Doch nicht nur in Deutschland muss sich Baake das Argument anhören, dass Wasserstoff im Vergleich zu herkömmlichen Energiequellen teuer sei, auch in Windhoek wurde das Argument vorgetragen. Der Schwund bei der Solar- und Windenergie mache die Herstellung von grünem Wasserstoff in dem Tsau ǁKhaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark zu einem aufwendigen und teuren Aufwand.
Kosten kein Argument mehr
„Erfahrungswerte zeigen, dass der Kostenaufwand für erneuerbare Energien ständig sinkt. Im Jahr 2000 kostete bei uns (in Deutschland) eine Einheit 0,50 Euro. Im Jahr 2023 stehen die Kosten nun auf 0,05 Euro, Tendenz fallend. Wenn wir uns nicht der Null-Emissionsstrategie anschließen, steuern wir einem Desaster entgegen. Welcher Ausweg bleibt uns denn? Irgendwann müssen wir umdenken und die Zeit ist jetzt“, glaubt Baake.
Der Südwesten Namibias sei eine einzigartig ideale Stelle, an der Solar- und Windenergie nah am Ozean liegen, wodurch mithilfe einer Entsalzungsanlage das nötige Wasser für die Wasserstoffproduktion herangeschafft werden könne. Er gab zu, dem Projekt anfangs wegen der Biodiversität in diesem Teil der Namib ein wenig skeptisch begegnet zu sein: „Mittlerweile bin ich da beruhigt. Es wird in der heutigen Zeit Wege geben, wie das Risiko für die Umwelt entschärft werden kann.“
Namibia müsse auf jeden Fall von dieser Entwicklung profitieren. Darum gelte es, 90 % der Arbeitsplätze an Namibier zu vergeben „und nicht nur die auf dem unterem Niveau“. Lüderitzbucht müsse dringend entwickelt werden, damit Wohnungen und Infrastruktur rechtzeitig bereitstünden. Darum habe GIZ-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel ihn auf einem Besuch in den Süden begleitet, „und es sieht gut aus“.
Laut Baake – und dies wurde von der Hyphen-Namibia-Vertreterin Ute Redecker (Ingenieurin) während ihres Vortrags bestätigt – dürfte der durch Solar- und Windenergie gewonnene Strom den Verbrauch maßgeblich überschreiten. Dadurch könne der Süden Namibias mit Strom versorgt werden. Redecker beschrieb es anschaulich: „Stellen Sie sich die drei bestehenden Windtürme in Lüderitzbucht vor. Für beide Projektphasen zusammen brauchen wir letztendlich 7 000 MWh, das käme 600 bis 700 Türmen gleich – je nach Typ.“
Das Forum Deutschsprachiger Namibier (FDN) hatte am vergangenen Samstag zu einem Symposium in das Goethe-Institut eingeladen und beleuchtete das Thema „Grüner Wasserstoff und die künftige Energiesicherheit Namibias“ (AZ berichtete). Unterstützt wurde das hochinteressante Symposium von der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS). In einer Zeitspanne von knapp fünf Stunden schafften es die Gastredner, die diese Materie verständlich zu erklären.
Dr. Clemens von Doderer von der HSS setzte bereits eingangs die Akzentey, indem er seine Vermutung aussprach, dass „es nicht eine Frage ist, ob die Herstellung des grünen Wasserstoffs passiert, sondern wann“. Im besten Fall könne Namibia drei Prozent der weltweiten Nachfrage nach Wasserstoff befriedigen. Momentan sei die größte Herausforderung die Frage, wo die Menschen untergebracht werden sollen und es Bedenken hinsichtlich der Infrastruktur gebe. Ferner müssten die Belange der Lokalbevölkerung respektiert werden.
Dem Vortrag von Dr. Rainer Baake, dem Sonderbeauftragten für die Deutsch-Namibische Klima- und Energiekooperation im Bundesministerium für Wirtschaft und Klima, galt das größte Interesse. Baake betrachtet sich selbst als Umweltschützer, ein Anspruch, den er wohl als jahrelang im Bündnis 90/Die Grünen aktiver Politiker zu Recht erheben kann. Der gelernte Diplom-Volkswirt diente in den 90ern als Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium und war später Staatssekretär im Bundesumweltministerium unter Jürgen Trittin.
Der Atomausstieg, erneuerbare Energien und Emissionshandel gehören zu Baakes Fachgebieten. Letztendlich diente er als Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe und wurde später zum Direktor der Agora Energiewende. Doch nicht nur in Deutschland muss sich Baake das Argument anhören, dass Wasserstoff im Vergleich zu herkömmlichen Energiequellen teuer sei, auch in Windhoek wurde das Argument vorgetragen. Der Schwund bei der Solar- und Windenergie mache die Herstellung von grünem Wasserstoff in dem Tsau ǁKhaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark zu einem aufwendigen und teuren Aufwand.
Kosten kein Argument mehr
„Erfahrungswerte zeigen, dass der Kostenaufwand für erneuerbare Energien ständig sinkt. Im Jahr 2000 kostete bei uns (in Deutschland) eine Einheit 0,50 Euro. Im Jahr 2023 stehen die Kosten nun auf 0,05 Euro, Tendenz fallend. Wenn wir uns nicht der Null-Emissionsstrategie anschließen, steuern wir einem Desaster entgegen. Welcher Ausweg bleibt uns denn? Irgendwann müssen wir umdenken und die Zeit ist jetzt“, glaubt Baake.
Der Südwesten Namibias sei eine einzigartig ideale Stelle, an der Solar- und Windenergie nah am Ozean liegen, wodurch mithilfe einer Entsalzungsanlage das nötige Wasser für die Wasserstoffproduktion herangeschafft werden könne. Er gab zu, dem Projekt anfangs wegen der Biodiversität in diesem Teil der Namib ein wenig skeptisch begegnet zu sein: „Mittlerweile bin ich da beruhigt. Es wird in der heutigen Zeit Wege geben, wie das Risiko für die Umwelt entschärft werden kann.“
Namibia müsse auf jeden Fall von dieser Entwicklung profitieren. Darum gelte es, 90 % der Arbeitsplätze an Namibier zu vergeben „und nicht nur die auf dem unterem Niveau“. Lüderitzbucht müsse dringend entwickelt werden, damit Wohnungen und Infrastruktur rechtzeitig bereitstünden. Darum habe GIZ-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel ihn auf einem Besuch in den Süden begleitet, „und es sieht gut aus“.
Laut Baake – und dies wurde von der Hyphen-Namibia-Vertreterin Ute Redecker (Ingenieurin) während ihres Vortrags bestätigt – dürfte der durch Solar- und Windenergie gewonnene Strom den Verbrauch maßgeblich überschreiten. Dadurch könne der Süden Namibias mit Strom versorgt werden. Redecker beschrieb es anschaulich: „Stellen Sie sich die drei bestehenden Windtürme in Lüderitzbucht vor. Für beide Projektphasen zusammen brauchen wir letztendlich 7 000 MWh, das käme 600 bis 700 Türmen gleich – je nach Typ.“
Kommentar
Allgemeine Zeitung
Zu diesem Artikel wurden keine Kommentare hinterlassen