Vor 50 Jahren
1974-02-20
VERSPÜLTE STRASSEN
Windhoek – Wie der AA heute Morgen mitteilte, sind nach anhaltendem Regen die Straßen im Norden des Landes sehr naß und folgende Straßen unpassierbar: 1. von Grootfontein nach Rundu; 2. von Karibib nach Omaruru hier wird die Strecke über Wilhelmstal empfohlen; 3. von Keetmanshoop nach Tweerivieren über Koës; 4. von Outjo bis zum Finger Gottes, da das Ugabtal unter Wasser steht. AIle Straßen im Süden sind sehr nass, aber bei vorsichtigem und langsamem Fahren passierbar. Die Windhoek-Walvis Bay-Strecke über den Gamsbergpaß ist inzwischen wieder geöffnet worden.
LETZTE MELDUNG
Windhoek – Die Firma Edmund Lafrenz (Pty) Ltd. ist heute Morgen wegen Betrugs vom Gerichtspräsidenten F. H. Badenhorst in Windhoek zu 5 000 Rand Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht bezeichnete dieses als eine böse Art des Betrugs, der die Wirtschaft des Landes sabotieren könne. In seiner Urteilsbegründung sagte der Gerichtspräsident, durch einen derartigen Betrug könnten große Geldbeträge des Steuerzahlers verlorengehen. Deshalb sei eine hohe Strafe notwendig. Es stimme zwar, dass Helmut Warners Vorgesetzte nichts von diesem Betrug wussten, dennoch habe Warner die Interessen der Firma vertreten. Warner habe die Firma in eine auf erst peinliche Lage versetzt. Die Gesellschaft habe ihre Lehre daraus gezogen und es liege nun an ihr, dafür zu sorgen, dass ihre Angestellten in Zukunft nicht wie Warner handeln.
LANDMINENEZPLOSION
Salisbury – Zwei Schwarze wurden getötet und vier weitere, darunter zwei Frauen, am frühen Dienstag verletzt, als der Bus, in dem sie Passagiere waren, über eine Landmine fuhr. Der Vorfall ereignete sich im nordöstlichen Stammesgebiet Rhodesiens.
Rhodesische Streitkräfte sind immer noch in der regendurchtränkten Centenary-Gegend mit der Verfolgung einer Gruppe von Terroristen beschäftigt, die am Sonntag ein weißes Farmerehepaar in einem Hinterhalt niedergeschossen und später einen Polizeireservisten getötet haben. Keine näheren Einzelheiten über die Verfolgungsaktion wurden vom Hauptquartier der Streitkräfte bekanntgegeben.
GADDAFI SÖHNT SICH MIT SADAT AUS
Kairo – Ägypten sei „eine Festung der arabischen Nation", sagte der libysche Revolutionschef Oberst Muammar Gaddafi im ägyptischen Parlament. Wenn Ägypten falle, so gehe die ganze arabische Nation zugrunde. Er sprach von den Heroen des Oktoberkrieges, und es wurde darüber vergessen, dass Gaddafi Ägypten wegen dieses Krieges und wegen des Waffenstillstandes scharf kritisiert hatte. Beim Empfang umarmte Gaddafi den ägyptischen Präsidenten, um damit zu zeigen, dass sie sich ausgesöhnt hätten. Diejenigen, die dachten, dass Libyen ohne Ägypten oder Ägypten ohne Libyen auskomme, seien auf falschem Wege, sagte Gaddafi. Er habe volles Vertrauen in Ägypten, auch wenn er es manchmal offen kritisiere. Gaddafi sprach darauf noch in einer Geheimsitzung des Parlaments.
GEMÜSEDRAMA
San Franzisko – Am 4. Februar wurde die 19-jährige Studentin Patricia Hearst, Erbin eines riesigen Zeitungskonzerns, von der sogenannten „Symbionesischen Befreiungsarmee" entführt. Die Organisation verlangt von Patricias Eltern, Randolph Hearst, dem Präsidenten und Chefredakteur der einflussreichen „San Francisco Examiner" und Vorsitzendem der Hearst-Gruppe, sowie von ihrer Mutter Catherine, die Inspektorin der Kalifornischen Universität ist, die „Wiedergutmachung ihrer Verbrechen gegen das amerikanische Volk und die Menschen der Erde".
AIs Grundsatzforderung vor weiteren Verhandlungen über Patricias Freilassung verlangten die Entführer, dass ihre Eltern Fleisch, Gemüse und Früchte für 70 Dollar (etwa R46) pro Person allen bedürftigen Kaliforniern zustellen sollten. Staatliche Stellen errechneten Kosten auf etwa 200 Millionen Dollars, sollte die Lösegeldforderung für die etwa zweieinhalb Millionen Armen, Alten, Behinderten und Arbeitslosen des kalifornischen Staates ausgeführt werden. „So viel Geld hat noch nicht einmal ganz Kalifornien!" meinte Bagley, Vorsitzender des öffentlichen Sozialamts.
WIRD GOLDA MEIR ZURÜCKTRETEN?
Jerusalem – Die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir, die seit 1969 an der Spitze der Regierung steht, erklärte am Dienstag, sie werde nicht ein neues Mandat suchen, um eine Regierung zu bilden. Nach den Wahlen am 31. Dezember, bei denen die Regierungspartei Sitze an die rechtsgerichtete Likud-Oppositionsgruppe verlor, erhielt Golda Meir vom Präsidenten Ephraim Katzir den Auftrag, innerhalb dreier Wochen eine Regierung zu bilden. Diese Zeit ist um, und sie wird den Präsidenten nicht um eine Verlängerung ersuchen.
Es gelang bis jetzt nicht, ein neues Koalitionskabinett zu bilden. Golda Meir and Verteidigungsminister Moshe Dayan sind verschiedener Meinung, und Dayan erklärte, er werde unter den gegebenen Umständen nicht in eine neue Regierung eintreten. Er und seine Kollegen sind für eine breite Koalition, in der alle politischen Parteien vertreten wären, also auch die oppositionelle Likud-Gruppe. Golda Meir ist gegen die Heranziehung der Likud, weil diese nicht bereit ist, den Arabern territoriale Konzessionen zu gewähren. Die schwierigen Zeiten, sagte die Ministerpräsidentin, die dem Land bevorstehen, wobei man eventuell mit einem neuen Krieg rechnen müsse, gestatteten keine Bildung einer Koalition, wenn die Parteien nicht dieselben Ansichten hätten. Sie hoffe, General Dayan werde seine Meinung ändern. Einer der Labour-Führer, Moselle Carmel, erklärte im Fernsehen, er nehme an, dass in wenigen Tagen doch wieder eine Koalition auf der bisherigen Grundlage gebildet werden könne.
NOCH KEINE RUHE IN WELKOM
Welkom – Am Dienstag kam es wieder zu neuen Streitigkeiten zwischen Xhosas und Basothos, wobei ein Bergarbeiter getötet, drei Arbeiter schwer und 29 leichter verIetzt wurden. Seit Beginn der Auseinandersetzungen am 9. und 10. Februar sind 18 Bergarbeiter ums Leben gekommen. Auf Western Holdings konnte unter Tage nur zu 40 Prozent gearbeitet werden. Einzig die Übertag-Arbeiter erschienen vollständig. 2 000 weitere Basothos erklärten, sie wollten nach Hause zurückkehren. Seit Beginn der Unruhen äußerten 12 000 Bergarbeiter ihren Wunsch nach Heimsendung. Die Angelo American erklärte, dass erst am Ende der Woche festgestellt werden könne, wieviel an Produktion verlorengeht.
Windhoek – Wie der AA heute Morgen mitteilte, sind nach anhaltendem Regen die Straßen im Norden des Landes sehr naß und folgende Straßen unpassierbar: 1. von Grootfontein nach Rundu; 2. von Karibib nach Omaruru hier wird die Strecke über Wilhelmstal empfohlen; 3. von Keetmanshoop nach Tweerivieren über Koës; 4. von Outjo bis zum Finger Gottes, da das Ugabtal unter Wasser steht. AIle Straßen im Süden sind sehr nass, aber bei vorsichtigem und langsamem Fahren passierbar. Die Windhoek-Walvis Bay-Strecke über den Gamsbergpaß ist inzwischen wieder geöffnet worden.
LETZTE MELDUNG
Windhoek – Die Firma Edmund Lafrenz (Pty) Ltd. ist heute Morgen wegen Betrugs vom Gerichtspräsidenten F. H. Badenhorst in Windhoek zu 5 000 Rand Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht bezeichnete dieses als eine böse Art des Betrugs, der die Wirtschaft des Landes sabotieren könne. In seiner Urteilsbegründung sagte der Gerichtspräsident, durch einen derartigen Betrug könnten große Geldbeträge des Steuerzahlers verlorengehen. Deshalb sei eine hohe Strafe notwendig. Es stimme zwar, dass Helmut Warners Vorgesetzte nichts von diesem Betrug wussten, dennoch habe Warner die Interessen der Firma vertreten. Warner habe die Firma in eine auf erst peinliche Lage versetzt. Die Gesellschaft habe ihre Lehre daraus gezogen und es liege nun an ihr, dafür zu sorgen, dass ihre Angestellten in Zukunft nicht wie Warner handeln.
LANDMINENEZPLOSION
Salisbury – Zwei Schwarze wurden getötet und vier weitere, darunter zwei Frauen, am frühen Dienstag verletzt, als der Bus, in dem sie Passagiere waren, über eine Landmine fuhr. Der Vorfall ereignete sich im nordöstlichen Stammesgebiet Rhodesiens.
Rhodesische Streitkräfte sind immer noch in der regendurchtränkten Centenary-Gegend mit der Verfolgung einer Gruppe von Terroristen beschäftigt, die am Sonntag ein weißes Farmerehepaar in einem Hinterhalt niedergeschossen und später einen Polizeireservisten getötet haben. Keine näheren Einzelheiten über die Verfolgungsaktion wurden vom Hauptquartier der Streitkräfte bekanntgegeben.
GADDAFI SÖHNT SICH MIT SADAT AUS
Kairo – Ägypten sei „eine Festung der arabischen Nation", sagte der libysche Revolutionschef Oberst Muammar Gaddafi im ägyptischen Parlament. Wenn Ägypten falle, so gehe die ganze arabische Nation zugrunde. Er sprach von den Heroen des Oktoberkrieges, und es wurde darüber vergessen, dass Gaddafi Ägypten wegen dieses Krieges und wegen des Waffenstillstandes scharf kritisiert hatte. Beim Empfang umarmte Gaddafi den ägyptischen Präsidenten, um damit zu zeigen, dass sie sich ausgesöhnt hätten. Diejenigen, die dachten, dass Libyen ohne Ägypten oder Ägypten ohne Libyen auskomme, seien auf falschem Wege, sagte Gaddafi. Er habe volles Vertrauen in Ägypten, auch wenn er es manchmal offen kritisiere. Gaddafi sprach darauf noch in einer Geheimsitzung des Parlaments.
GEMÜSEDRAMA
San Franzisko – Am 4. Februar wurde die 19-jährige Studentin Patricia Hearst, Erbin eines riesigen Zeitungskonzerns, von der sogenannten „Symbionesischen Befreiungsarmee" entführt. Die Organisation verlangt von Patricias Eltern, Randolph Hearst, dem Präsidenten und Chefredakteur der einflussreichen „San Francisco Examiner" und Vorsitzendem der Hearst-Gruppe, sowie von ihrer Mutter Catherine, die Inspektorin der Kalifornischen Universität ist, die „Wiedergutmachung ihrer Verbrechen gegen das amerikanische Volk und die Menschen der Erde".
AIs Grundsatzforderung vor weiteren Verhandlungen über Patricias Freilassung verlangten die Entführer, dass ihre Eltern Fleisch, Gemüse und Früchte für 70 Dollar (etwa R46) pro Person allen bedürftigen Kaliforniern zustellen sollten. Staatliche Stellen errechneten Kosten auf etwa 200 Millionen Dollars, sollte die Lösegeldforderung für die etwa zweieinhalb Millionen Armen, Alten, Behinderten und Arbeitslosen des kalifornischen Staates ausgeführt werden. „So viel Geld hat noch nicht einmal ganz Kalifornien!" meinte Bagley, Vorsitzender des öffentlichen Sozialamts.
WIRD GOLDA MEIR ZURÜCKTRETEN?
Jerusalem – Die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir, die seit 1969 an der Spitze der Regierung steht, erklärte am Dienstag, sie werde nicht ein neues Mandat suchen, um eine Regierung zu bilden. Nach den Wahlen am 31. Dezember, bei denen die Regierungspartei Sitze an die rechtsgerichtete Likud-Oppositionsgruppe verlor, erhielt Golda Meir vom Präsidenten Ephraim Katzir den Auftrag, innerhalb dreier Wochen eine Regierung zu bilden. Diese Zeit ist um, und sie wird den Präsidenten nicht um eine Verlängerung ersuchen.
Es gelang bis jetzt nicht, ein neues Koalitionskabinett zu bilden. Golda Meir and Verteidigungsminister Moshe Dayan sind verschiedener Meinung, und Dayan erklärte, er werde unter den gegebenen Umständen nicht in eine neue Regierung eintreten. Er und seine Kollegen sind für eine breite Koalition, in der alle politischen Parteien vertreten wären, also auch die oppositionelle Likud-Gruppe. Golda Meir ist gegen die Heranziehung der Likud, weil diese nicht bereit ist, den Arabern territoriale Konzessionen zu gewähren. Die schwierigen Zeiten, sagte die Ministerpräsidentin, die dem Land bevorstehen, wobei man eventuell mit einem neuen Krieg rechnen müsse, gestatteten keine Bildung einer Koalition, wenn die Parteien nicht dieselben Ansichten hätten. Sie hoffe, General Dayan werde seine Meinung ändern. Einer der Labour-Führer, Moselle Carmel, erklärte im Fernsehen, er nehme an, dass in wenigen Tagen doch wieder eine Koalition auf der bisherigen Grundlage gebildet werden könne.
NOCH KEINE RUHE IN WELKOM
Welkom – Am Dienstag kam es wieder zu neuen Streitigkeiten zwischen Xhosas und Basothos, wobei ein Bergarbeiter getötet, drei Arbeiter schwer und 29 leichter verIetzt wurden. Seit Beginn der Auseinandersetzungen am 9. und 10. Februar sind 18 Bergarbeiter ums Leben gekommen. Auf Western Holdings konnte unter Tage nur zu 40 Prozent gearbeitet werden. Einzig die Übertag-Arbeiter erschienen vollständig. 2 000 weitere Basothos erklärten, sie wollten nach Hause zurückkehren. Seit Beginn der Unruhen äußerten 12 000 Bergarbeiter ihren Wunsch nach Heimsendung. Die Angelo American erklärte, dass erst am Ende der Woche festgestellt werden könne, wieviel an Produktion verlorengeht.
Kommentar
Allgemeine Zeitung
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