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Wilddiebe wiederholt angeklagt

Schlimme Wiederholungstäter bleiben nicht in Haft
Nachdem eine Anti-Wilderer-Einheit zwei Wilddiebe gefasst hatte, stellt sich heraus, dass sich diese scheinbaren Gewohnheitsverbrecher für zahlreiche Wilderei-Fälle oder sogar wegen versuchten Mordes im Gericht verantworten müssen. Staatsankläger scheinen die schwerwiegenden Vorwürfe kaum zu beachten, sodass die Angeklagten oft ungeschoren davonkommen.
Iréne-Mari van der Walt,Frank Steffen
Von I-M. van der Walt & F Steffen, Windhoek

Nachdem am vergangenen Freitag in der Gegend von Okahandja zwei Gewohnheitsverbrecher und Wilderer gefasst wurden, sah es zunächst so aus, als könnten die Männer nicht in der Ortschaft Seeis vor Gericht erscheinen. Zum allgemeinen Unmut der lokalen Farmerschaft lag dies daran, dass der Staatsanwalt offenbar keinen Transport von Windhoek nach Seeis hatte. Laut einem Mitglied der „Nossob Crime Prevention Group“ (NCPG) sprang letztendlich ein Farmer ein und brachte den Beamten nach Seeis.

„Das ist immer wieder dasselbe“, meinte ein weiterer Farmer aus dieser Umgebung in einem Gespräch mit der AZ: „Diese Wilderer erscheinen immer wieder vor Gericht und weil der Staatsankläger nicht anwesend ist, werden diese Fälle nicht weitergeführt.“ Der Windhoeker Anwalt, Milton Engelbrecht, erklärte gestern, dass ein Angeklagter innerhalb von 48 Stunden nach seiner Festnahme vor Gericht erscheinen muss, Wochenenden ausgenommen. Geschieht dies nicht, ist die Klage gegen den Beschuldigten einzustellen.

Diesmal kam es aber anders im Fall der beiden Verdächtigten Ashley Eiseb und Hermanus Kharugab. Sie wurden neben weiteren Klagen wegen des illegalen Jagens angeklagt. Das bereits genannte NCPG-Mitglied erklärte, dass viele Wilderer lieber Wild jagen als Vieh schlachten, weil die Strafe geringer ausfällt.

„Eiseb ist ein großes Problem“, führte der NCPG-Mann aus. „Wir kennen die meisten Leute, die wir erwischen, bereits von vorigen Fällen her – es sind immer die gleichen Leute.“ Indessen wurde am Montag ein weiterer mutmaßlicher Wilderer gefasst. „Das ist ein Typ, der uns schon seit langem beschäftigt. Er wurde schon einmal in Seeis eingesperrt, weil wir ihn mit einem gestohlenen 5 000-Liter-Tank erwischt haben und hinten auf der Ladefläche erlegte Gemsböcke lagen“, sagt der Informant. Demnach war die Anti-Wilderer-Einheit über sechs Wilderer benachrichtigt worden, die scheinbar an den Tagen Freitag bis Sonntag ihr Unwesen trieben.

„Wir kennen ziemlich viele der Wilderer und prägen uns die Gesichter ein, denn sie bekommen eine einfache Geldstrafe, wenn sie ihre Schuld erkennen und alle sind froh, dass der Fall abgehandelt ist! Sie befinden sich also schnell wieder auf freiem Fuß, weil nicht geprüft wird, ob frühere Klagen oder Urteile gegen sie vorliegen.“

Die Anwesenheit im Gerichtssaal sowie ein Protest der Farmer, die von der Wilderei betroffen sind, hätten dafür gesorgt, dass endlich auch die Kläger berücksichtigt würden. Das Justizministerium wurde um eine Stellungnahme zu den Anschuldigungen gebeten, laut denen die Nachlässigkeit, beziehungsweise Abwesenheit von Staatsanklägern angeblich dazu führe, dass Gerichtsverfahren eingestellt würden. Bis Redaktionsschluss lag keine Reaktion vor.

Der Fall Kharugab ist deswegen interessant, weil der Mann bereits wegen des Vorwurfes des versuchten Mordes sowie der Wilderei angeklagt war – er hatte im Dezember 2022 auf seine Verfolger geschossen, als diese ihn mit einem Kudukadaver erwischten. Aufgrund seiner erneuten Verhaftung wurde jener Gerichtstermin auf den kommenden Freitag verschoben. Ähnlich steht es um Eiseb, der sich wegen verschiedener Klagen der Wilderei in Witvlei, Gobabis, Windhoek und Omaruru vor Gericht verantworten muss. Keiner konnte Auskunft geben, warum diese Männer sich noch auf freiem Fuße befinden.

Die beiden Männer waren am vergangenen Freitagmorgen um 4 Uhr verhaftet worden, nachdem sie sich ein Auto gemietet hatten und später in illegalem Besitz von fünf Karkassen – zwei Kudus, zwei Gemsböcke und ein Wasserbock – befunden hatten, ein Gesamtwert von 35 000 Namibia-Dollar. Gejagt wurden die Tiere entlang der Schotterstraßen von Kapps Farm nach Midgard und weiter nach Okahandja. Die Autovermietung hatte den Wagen über den Fahrtenschreiber beobachtet und die Polizei alarmiert, da der Wagen nicht nach Kamanjab fuhr, wie vorher angegeben.

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2024-11-22

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