Autovermieter am Flughafen kämpfen mit harten Bandagen
Wer in diesen Tagen als Tourist am Hosea-Kutako-Flughafen ankommt und seinen Ansprechpartner für einen gebuchten Mietwagen sucht, wird unter Umständen etwas länger suchen müssen. Denn die Repräsentanten der Autovermieter, die ihre Kunden am Flughafen empfangen, dürfen den Firmennamen weder auf einem Schild, noch an der Kleidung führen.
Was paradox und lächerlich klingt, ist ein Kompromiss zwischen den Autoverleihern und der Flugplatz-Betreiberfirma (Namibia Airports Company, NAC), nachdem es am 23. August zu einem Eklat gekommen war. Die NAC hatte den Autovermietern auf Druck der fünf im Flughafengebäude ansässigen Mietwagenfirmen (Avis, Budget, Europcar, Hertz, Imperial Car Hire) verboten, auf dem Gelände des Internationalen Flughafens präsent zu sein. Begründung: Dies würde das Geschäft der hier ansässigen Unternehmen beeinträchtigen. In einem Handstreich bekamen die durch Werbung als Fahrzeuge der Verleihfirmen erkennbaren Autos auf dem öffentlichen Parkplatz kurzerhand eine Radkralle angelegt. Für das Zwangsparken sollten sie eine Gebühr von 1000 Namibia-Dollar pro Tag zahlen, bis die Fahrzeuge ausgelöst sind. Darüber hinaus sollten sich die Firmen schriftlich verpflichten, weitere Aktivitäten dieser Art in Zukunft zu unterlassen.
Erst nach einer Krisensitzung am gleichen Tag mit Vertretern der Airports Company und verschiedener Autovermieter einigte man sich auf einen Kompromiss. Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie im Gegenzug für den Verzicht auf Werbung zunächst weiter ihre Kunden zum Flughafen bringen und von dort abholen dürfen.
Eine Dauerlösung ist das aus Sicht der "freien" Autovermieter nicht, die sich überdies zu Unrecht behandelt fühlen. "Wir arbeiten nicht am Flughafen, wir holen dort nur Kunden ab oder bringen sie dorthin", begründet Pat Geysen, Chef der Autovermietung ASCO, auf AZ-Nachfrage. "Unser Unternehmen hat noch nie einen Kunden am Flughafen per Zufall bekommen", führt Horst Gonschorek, Mitinhaber von ASCO und zugleich Sprecher des Verbandes der Autovermieter (Car Rental Association of Namibia), aus, der dies ohnehin als "unethisch" bezeichnet. Allein aus Sicherheitsgründen - wegen des langen Fluges, der notwendigen Einweisung in die Bedienung des Fahrzeuges und weil vor Ort nicht mit Kreditkarte bezahlt werden könne - finde die Unterzeichnung des Mietvertrages sowie die Übergabe von Auto und Fahrzeugschlüsseln stets im Büro der Mietwagenfirma statt. Der Vorfall am Flughafen hat für ASCO aber noch weitere Folgen gehabt. "Unsere Kunden waren verstört, wir mussten öffentliche Busse benutzen, was einen Verlust von mehreren tausend Dollar bedeutete", so Gonschorek.
Auch Angelika Rechter, Eigentümerin von Camping Car Hire, ist sauer auf die Airports Company. "Man hat uns gesagt, unser Auto ist ,verhaftet'. Ich finde es eine Frechheit, denn weltweit ist es gängige Praxis, dass Kunden vom Flughafen abgeholt werden, wenn sie ein Auto im Voraus gebucht haben", sagt sie. Zur unterstellten Abwerbung von Kunden meint sie: "Wir fangen keine Kunden ab, das gibt es heute nicht mehr. Die Touristen buchen zu 99 Prozent ihre Unterkünfte und den Mietwagen im Voraus - schon allein weil sie sich Kostenvoranschläge schicken lassen und Preisvergleiche anstellen." Und weiter: "Bei uns gibt es keine Übergabe am Flughafen, wir holen alle Kunden ab und fahren mit ihnen ins Büro." Das rigide Vorgehen der Airports Company schmeckt ihr ebenso wenig wie der ausgehandelte Kompromiss: "Ein Vertreter einer Autovermietungsfirma sieht ohne Namensschild einfach unprofessionell aus. Man darf nicht vergessen, dass Touristen aus Europa einen hohen und internationalen Standard erwarten."
Ganz eigene Erfahrungen hat Ingo Bahr, Eigentümer von Caprivi Car Hire, am besagten Tag am Flughafen gemacht. "Ich war mit einem Firmenwagen, aber aus privatem Grund dort und habe einen Freund weggebracht. Als ich wieder aus dem Flughafengebäude kam, war mein Wagen gesperrt. Das ist eine Schweinerei." Dass man keine Geschäfte am Flughafen machen darf, findet er in Ordnung, bezieht es aber nicht auf seine Firma. "100 Prozent unserer Kunden haben vorher gebucht. Und die muss ich doch abholen dürfen. Außerdem ist es nicht richtig, dass uns die Airports Company vorher nicht über die neue Regelung informiert hat."
In einer Reaktion der Airports Company spielt diese den Vorfall herunter. Man habe den Autovermietern "nicht verboten", ihre Kunden vom Flughafen abzuholen. "Die NAC hat eher die Art und Weise überdacht, in der Autovermieter ihre Kunden vom Flughafen abholen und dort hinbringen, besonders die Firmen, die keine Vereinbarungen mit uns haben", erklärte Sikongo Haihambo, Leiter der Abteilung Geschäft, Marketing und interne Kommunikation der NAC. Warum die am Flughafen ansässigen Autovermieter die NAC zu den beschrieben Handeln gedrängt haben, wollte Haihambo nicht beantworten. Die Firmen sollten darüber selbst Auskunft geben, teilte er mit. An der jetzt ausgehandelten Interimslösung solle sich zunächst nichts ändern. Wie Haihambo mitteilte, würden "die Situation der Autovermieter und die möglichen Faktoren, die diese beeinflussen, weiter beobachtet", um dann "Anpassungen vorzunehmen, wenn diese nötig sind".
Der Kompromiss könnte so zur Dauerlösung werden. Also müssen Touristen, die am Flughafen ankommen, weiterhin anhand ihres Namens auf weißen Zetteln den Ansprechpartner finden, bei dem sie einen Mietwagen gebucht haben.
Was paradox und lächerlich klingt, ist ein Kompromiss zwischen den Autoverleihern und der Flugplatz-Betreiberfirma (Namibia Airports Company, NAC), nachdem es am 23. August zu einem Eklat gekommen war. Die NAC hatte den Autovermietern auf Druck der fünf im Flughafengebäude ansässigen Mietwagenfirmen (Avis, Budget, Europcar, Hertz, Imperial Car Hire) verboten, auf dem Gelände des Internationalen Flughafens präsent zu sein. Begründung: Dies würde das Geschäft der hier ansässigen Unternehmen beeinträchtigen. In einem Handstreich bekamen die durch Werbung als Fahrzeuge der Verleihfirmen erkennbaren Autos auf dem öffentlichen Parkplatz kurzerhand eine Radkralle angelegt. Für das Zwangsparken sollten sie eine Gebühr von 1000 Namibia-Dollar pro Tag zahlen, bis die Fahrzeuge ausgelöst sind. Darüber hinaus sollten sich die Firmen schriftlich verpflichten, weitere Aktivitäten dieser Art in Zukunft zu unterlassen.
Erst nach einer Krisensitzung am gleichen Tag mit Vertretern der Airports Company und verschiedener Autovermieter einigte man sich auf einen Kompromiss. Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie im Gegenzug für den Verzicht auf Werbung zunächst weiter ihre Kunden zum Flughafen bringen und von dort abholen dürfen.
Eine Dauerlösung ist das aus Sicht der "freien" Autovermieter nicht, die sich überdies zu Unrecht behandelt fühlen. "Wir arbeiten nicht am Flughafen, wir holen dort nur Kunden ab oder bringen sie dorthin", begründet Pat Geysen, Chef der Autovermietung ASCO, auf AZ-Nachfrage. "Unser Unternehmen hat noch nie einen Kunden am Flughafen per Zufall bekommen", führt Horst Gonschorek, Mitinhaber von ASCO und zugleich Sprecher des Verbandes der Autovermieter (Car Rental Association of Namibia), aus, der dies ohnehin als "unethisch" bezeichnet. Allein aus Sicherheitsgründen - wegen des langen Fluges, der notwendigen Einweisung in die Bedienung des Fahrzeuges und weil vor Ort nicht mit Kreditkarte bezahlt werden könne - finde die Unterzeichnung des Mietvertrages sowie die Übergabe von Auto und Fahrzeugschlüsseln stets im Büro der Mietwagenfirma statt. Der Vorfall am Flughafen hat für ASCO aber noch weitere Folgen gehabt. "Unsere Kunden waren verstört, wir mussten öffentliche Busse benutzen, was einen Verlust von mehreren tausend Dollar bedeutete", so Gonschorek.
Auch Angelika Rechter, Eigentümerin von Camping Car Hire, ist sauer auf die Airports Company. "Man hat uns gesagt, unser Auto ist ,verhaftet'. Ich finde es eine Frechheit, denn weltweit ist es gängige Praxis, dass Kunden vom Flughafen abgeholt werden, wenn sie ein Auto im Voraus gebucht haben", sagt sie. Zur unterstellten Abwerbung von Kunden meint sie: "Wir fangen keine Kunden ab, das gibt es heute nicht mehr. Die Touristen buchen zu 99 Prozent ihre Unterkünfte und den Mietwagen im Voraus - schon allein weil sie sich Kostenvoranschläge schicken lassen und Preisvergleiche anstellen." Und weiter: "Bei uns gibt es keine Übergabe am Flughafen, wir holen alle Kunden ab und fahren mit ihnen ins Büro." Das rigide Vorgehen der Airports Company schmeckt ihr ebenso wenig wie der ausgehandelte Kompromiss: "Ein Vertreter einer Autovermietungsfirma sieht ohne Namensschild einfach unprofessionell aus. Man darf nicht vergessen, dass Touristen aus Europa einen hohen und internationalen Standard erwarten."
Ganz eigene Erfahrungen hat Ingo Bahr, Eigentümer von Caprivi Car Hire, am besagten Tag am Flughafen gemacht. "Ich war mit einem Firmenwagen, aber aus privatem Grund dort und habe einen Freund weggebracht. Als ich wieder aus dem Flughafengebäude kam, war mein Wagen gesperrt. Das ist eine Schweinerei." Dass man keine Geschäfte am Flughafen machen darf, findet er in Ordnung, bezieht es aber nicht auf seine Firma. "100 Prozent unserer Kunden haben vorher gebucht. Und die muss ich doch abholen dürfen. Außerdem ist es nicht richtig, dass uns die Airports Company vorher nicht über die neue Regelung informiert hat."
In einer Reaktion der Airports Company spielt diese den Vorfall herunter. Man habe den Autovermietern "nicht verboten", ihre Kunden vom Flughafen abzuholen. "Die NAC hat eher die Art und Weise überdacht, in der Autovermieter ihre Kunden vom Flughafen abholen und dort hinbringen, besonders die Firmen, die keine Vereinbarungen mit uns haben", erklärte Sikongo Haihambo, Leiter der Abteilung Geschäft, Marketing und interne Kommunikation der NAC. Warum die am Flughafen ansässigen Autovermieter die NAC zu den beschrieben Handeln gedrängt haben, wollte Haihambo nicht beantworten. Die Firmen sollten darüber selbst Auskunft geben, teilte er mit. An der jetzt ausgehandelten Interimslösung solle sich zunächst nichts ändern. Wie Haihambo mitteilte, würden "die Situation der Autovermieter und die möglichen Faktoren, die diese beeinflussen, weiter beobachtet", um dann "Anpassungen vorzunehmen, wenn diese nötig sind".
Der Kompromiss könnte so zur Dauerlösung werden. Also müssen Touristen, die am Flughafen ankommen, weiterhin anhand ihres Namens auf weißen Zetteln den Ansprechpartner finden, bei dem sie einen Mietwagen gebucht haben.
Kommentar
Allgemeine Zeitung
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