Der Schrei nach Veränderung
Namibische Künstlerin stellt ihre Werke in der Schweiz aus
Von Elke Reinauer
Weiße Gipsmasken hängen an den Wänden, einigen ist der Mund mit einem Stück Stoff gestopft, anderen die Augen mit einer schwarzen Binde verbunden. Nichts sehen, nichts sagen. So erging es der Künstlerin teilweise in ihrer Kindheit, erzählt sie. „Ich fühlte mich nur frei mich auszudrücken, wenn ich eine Maske trug.“
Sie beschäftigte sich mit Masken und war überrascht, dass es in Europa - besonders in der schweizerischen Fastnacht - ebenso Masken gibt, wie in Namibia. Es war ihr erster Besuch in Europa und neben einem Kulturschock enthielt er auch viele Überraschungen für Elisia: „Ich war verblüfft wie gut Landschaft und Gebäude aufeinander abgestimmt werden“, sagte sie. Auch die Landwirtschaft habe sie sich angeschaut, stammt sie doch aus einer Farmersfamilie. Ihr fielen Unterschiede in der Viehhaltung auf und sie freute sich über ein prächtiges grünes Maisfeld im europäischen Sommer.
Aufgewachsen ist sie in einem kleinen Dorf in der Nähe der angolanischen Grenze mit sieben Geschwistern und ihrem Onkel mütterlicherseits. In der Schweiz habe sie viel an ihre Kindheit gedacht und diese in ihrer Kunst verarbeitet, sagt sie. Ihr Onkel sei sehr dominant gewesen und sie habe ihn gefürchtet. In der Ovambo-Kultur ist traditionell der Onkel mütterlicherseits derjenige, der Entscheidungen trifft für seine Nichten. Elisia erzählt, dass er immer herumgeschrien und sie einschüchterte habe. Seine sieben Halbgeschwister seien ihm hörig gewesen und Elisia begann auch sie zu fürchten.
„In der Schweiz hatte Elisia einen sicheren Raum, um sich damit auseinanderzusetzen“, sagt Stifterin Hedi Ernst Schmid in ihrer Rede während der Vernissage, als sie den Besuchern Elisias Leben und ihre Kunst näher bringen möchte. Elisia fertigte aus Gips acht Onkels an, die als Skulpturen im Raum verteilt sind. Später stellte sie gemeinsam mit Hedi Ernst Schmid fest, dass ihre Kunstwerke eine Ähnlichkeit mit dem berühmten Künstler Alberto Giacometti aufwiesen. Sie habe diesen vorher nicht gekannt, meint Elisia verblüfft, bis sie eine Kunstausstellung in Zürich besuchte. Auch Originalwerke von Picasso in einer Ausstellung zu sehen, habe sie bereichert. Sie habe viel über Kunst gelernt während ihres Aufenthalts in der Schweiz.
Mit ihren Werken, die sie drei Monate lang während ihres Stipendiums kreierte, beschäftigte sie sich nicht allein mit den Themen ihrer Kindheit, betont sie. In zwei dunklen, fast schon unheimlich anmutenden Bildern, sind schreiende Münder zu sehen. Ein Ausdruck für Leid?
„Ich schreie nach Veränderung. Mit der Ausstellung möchte ich die traditionelle Erziehungsweise in Frage stellen“, erklärt sie. Die Künstlerin studierte am College of the Arts in Windhoek. Sie hatte einige Gruppenausstellung und eine Einzelausstellung im Goethe Institut.
Das Stipendium bekam sie, als Hedi Ernst Schmid von der Futur-Stiftung einen Workshop in Namibia gehalten hatte. Elisia sei ihr aufgefallen, erzählte diese während der Vernissage. Die Art wie die Künstlerin über ihre Kunst gesprochen habe, ja, sich selbst verteidigt habe, faszinierte die Stifterin, die selbst Künstlerin ist.
Am Abend ihrer Vernissage steht die Elisia zwischen ihren Werken und zeigt sie sich überwältig von dem Besucherandrang. Erst schüchtern, dann taut sie immer mehr auf und beantwortet Fragen der neugierigen Besucher. Diese wollen einiges über das Leben der jungen Frau in Namibia wissen. „Ich rede nicht gern über mich selbst“, sagt Elisia und gibt dann doch einige Auskünfte preis. Sie stellt klar, dass ihre schwarz-weißen Gipsmasken nichts mit dem Thema Rassismus zu tun haben. „Weiß ist die Farbe der Freude“, sagt sie.
Einige der Kunstwerke wird Elisia in der Schweiz zurücklassen, sie werden in einer weiteren Ausstellung zu sehen sein. Was sie mitnehmen wird in ihre namibische Heimat, sei ganz viel Freude über die vielen Erfahrungen und Menschen, die sie getroffen habe, sagt sie.
Weiße Gipsmasken hängen an den Wänden, einigen ist der Mund mit einem Stück Stoff gestopft, anderen die Augen mit einer schwarzen Binde verbunden. Nichts sehen, nichts sagen. So erging es der Künstlerin teilweise in ihrer Kindheit, erzählt sie. „Ich fühlte mich nur frei mich auszudrücken, wenn ich eine Maske trug.“
Sie beschäftigte sich mit Masken und war überrascht, dass es in Europa - besonders in der schweizerischen Fastnacht - ebenso Masken gibt, wie in Namibia. Es war ihr erster Besuch in Europa und neben einem Kulturschock enthielt er auch viele Überraschungen für Elisia: „Ich war verblüfft wie gut Landschaft und Gebäude aufeinander abgestimmt werden“, sagte sie. Auch die Landwirtschaft habe sie sich angeschaut, stammt sie doch aus einer Farmersfamilie. Ihr fielen Unterschiede in der Viehhaltung auf und sie freute sich über ein prächtiges grünes Maisfeld im europäischen Sommer.
Aufgewachsen ist sie in einem kleinen Dorf in der Nähe der angolanischen Grenze mit sieben Geschwistern und ihrem Onkel mütterlicherseits. In der Schweiz habe sie viel an ihre Kindheit gedacht und diese in ihrer Kunst verarbeitet, sagt sie. Ihr Onkel sei sehr dominant gewesen und sie habe ihn gefürchtet. In der Ovambo-Kultur ist traditionell der Onkel mütterlicherseits derjenige, der Entscheidungen trifft für seine Nichten. Elisia erzählt, dass er immer herumgeschrien und sie einschüchterte habe. Seine sieben Halbgeschwister seien ihm hörig gewesen und Elisia begann auch sie zu fürchten.
„In der Schweiz hatte Elisia einen sicheren Raum, um sich damit auseinanderzusetzen“, sagt Stifterin Hedi Ernst Schmid in ihrer Rede während der Vernissage, als sie den Besuchern Elisias Leben und ihre Kunst näher bringen möchte. Elisia fertigte aus Gips acht Onkels an, die als Skulpturen im Raum verteilt sind. Später stellte sie gemeinsam mit Hedi Ernst Schmid fest, dass ihre Kunstwerke eine Ähnlichkeit mit dem berühmten Künstler Alberto Giacometti aufwiesen. Sie habe diesen vorher nicht gekannt, meint Elisia verblüfft, bis sie eine Kunstausstellung in Zürich besuchte. Auch Originalwerke von Picasso in einer Ausstellung zu sehen, habe sie bereichert. Sie habe viel über Kunst gelernt während ihres Aufenthalts in der Schweiz.
Mit ihren Werken, die sie drei Monate lang während ihres Stipendiums kreierte, beschäftigte sie sich nicht allein mit den Themen ihrer Kindheit, betont sie. In zwei dunklen, fast schon unheimlich anmutenden Bildern, sind schreiende Münder zu sehen. Ein Ausdruck für Leid?
„Ich schreie nach Veränderung. Mit der Ausstellung möchte ich die traditionelle Erziehungsweise in Frage stellen“, erklärt sie. Die Künstlerin studierte am College of the Arts in Windhoek. Sie hatte einige Gruppenausstellung und eine Einzelausstellung im Goethe Institut.
Das Stipendium bekam sie, als Hedi Ernst Schmid von der Futur-Stiftung einen Workshop in Namibia gehalten hatte. Elisia sei ihr aufgefallen, erzählte diese während der Vernissage. Die Art wie die Künstlerin über ihre Kunst gesprochen habe, ja, sich selbst verteidigt habe, faszinierte die Stifterin, die selbst Künstlerin ist.
Am Abend ihrer Vernissage steht die Elisia zwischen ihren Werken und zeigt sie sich überwältig von dem Besucherandrang. Erst schüchtern, dann taut sie immer mehr auf und beantwortet Fragen der neugierigen Besucher. Diese wollen einiges über das Leben der jungen Frau in Namibia wissen. „Ich rede nicht gern über mich selbst“, sagt Elisia und gibt dann doch einige Auskünfte preis. Sie stellt klar, dass ihre schwarz-weißen Gipsmasken nichts mit dem Thema Rassismus zu tun haben. „Weiß ist die Farbe der Freude“, sagt sie.
Einige der Kunstwerke wird Elisia in der Schweiz zurücklassen, sie werden in einer weiteren Ausstellung zu sehen sein. Was sie mitnehmen wird in ihre namibische Heimat, sei ganz viel Freude über die vielen Erfahrungen und Menschen, die sie getroffen habe, sagt sie.
Kommentar
Allgemeine Zeitung
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