Hass im Herzen
Betr.: Kautionsantrag im NIMT-Fall, „Ich war es nicht“ & NIMT-Fall nimmt Wendung (AZ, 7.6, 14.6 & 17.6.2019)
Lieber Herr Leuschner, Indizien beweisen, dass Lichtenstrasser zur Zeit der Tat in der Nähe des Tatortes war. Er hatte Streit mit der NIMT-Führung und wollte sie beseitigen. Beide Parteien hatten ihre Unterstützer. Eine Gruppe um ihn (Lichtenstrasser) stellte den Führungsstil und das Management in Frage. Im Zeugenstand weist er sich als PLAN-Kämpfer aus, der mit seinem Veteranenstatus für Unmut bei NIMT gesorgt haben will, weil dort auch Ex-SWATF-Personal angestellt war. Am Vorabend des Mordes hat er Streit mit seiner Frau und fährt noch am selben Tag nach Arandis und besorgt sich bei Karibib seine illegale Pistole. Wenn das der Auslöser für den Doppelmord war, um was ging der Streit?
Jede Schule steht unter Staatsaufsicht. Die staatliche Dienststelle, verantwortlich für Staatsangestellte, muss von den Auseinandersetzungen bei NIMT Kenntnis gehabt haben. Warum hat sie dort nicht rechtzeitig eingegriffen? So ließ sie den Streit gären und zwei Menschen wurden ermordet von einem Individuum, dem der Hass und/oder die Rache die Sinne raubten. Der Vorgang ist empörend: In einer Bildungseinrichtung des Landes schwelt der Kampf zwischen ehemaligen Gegnern auf dem Kampffeld unter den Augen der Regierung und Namibias insgesamt. Das Management wollte die Arbeit sogar einstellen.
Am Morgen des Mordtages will der Angeklagte vor Arandis in Verwirrung am Straßenrand aufgewacht sein, um dann in die Wüste zu fahren. Aus was für „Sicherheitsgründen“ fährt einer mit Schmerzen in die Wüste, wo keine Hilfe zu erwarten ist? Eine Zeugin in Arandis sagt aus, wie ein Wagen in die Wüste fuhr und die Polizei fand die Pistole dort. „Was er hier sucht, und dass er verschwinden soll“, wurde ihm bei der NIMT-Schule gesagt (seine Aussage), woraus ersichtlich ist, dass beide Schulleiter den Unruhestifter verständlicherweise nicht bei sich haben wollten. „In einem Ton, den wir alle hassen“ sagt der Ex-PLAN-Kämpfer. Wer ist „wir“? Namibia ist nicht SWAPO, die die Herrschaft im Land übernommen hat und schon gar nicht die ihr affiliierte PLAN. Unterstützung von SWATF gibt es wohl kaum unter dieser Machtkonstellation und Ex-SWATF sowie Ex-PLAN-Kämpfer arbeiteten auf der Personalebene von NIMT, wo ein autoritätsgewohnter (nicht autoritärer) deutschsprachiger Chef die Führung hatte; aber in einem Land unter Führung der SWAPO. Wer hat hier „Hass“ im Herzen gehabt? Diejenigen, die ihr Leben einer soliden ausgebildeten Jugend widmeten, damit sie im Berufskampf bestehen können, oder derjenige, der im Zeugenstand laufend von Vergangenem spricht ohne ein Schuldgefühl, das zur Besonnenheit mahnt und die Beherrschung (eigene
Aussage) verloren haben will? Eine Pistole wird nicht auf einer Farm gesucht und mitgebracht zum Reden mit Kontrahenten. Die Opfer waren wehrlos. Wo Waffen einem die Macht geben, einen Disput final für sich zu entscheiden, ist keine Liebe im Herzen, sondern der Teufel. Wenn das Herz Gewalt in Erwägung zieht (Vorsatz), ist der Meister der Lüge schon eingetreten und flüstert ins Herz: „Nichts hast du falsch gemacht.“ Wo ist hier Buße, wenn ein Geständnis widerrufen wird, dass man im Nachhinein nicht aus freien Stücken abgelegt haben will und behauptet, unschuldig zu sein. Die Polizei habe „den Falschen“ verhaftet und soll sich die „Hintergründe des Falles vergegenwärtigen“. Was für Hintergründe? Wer ist der Schuldige oder sind die Schuldigen?
Der Angeklagte behauptet nun, dass eine Kampagne zur Vorverurteilung im Gang sei. Tatsächlich hat die Polizei bei diesem Attentat bis zur Anklage nicht von einem Tatverdächtigen, sondern einer Person von Interesse in Polizeigewahrsam berichtet. Wie ein Angeklagter Kaution einreicht, ist es rechtschaffenden Bürgern erlaubt, eine Eingabe dagegen zu machen. Und wenn ich unschuldig bin, was hindert mich daran, meine Frau zur Entlastung vernehmen zu lassen - außer die mögliche Belastung?
Herzliche Grüße, Bernd Seefeldt
Swakopmund
Jede Schule steht unter Staatsaufsicht. Die staatliche Dienststelle, verantwortlich für Staatsangestellte, muss von den Auseinandersetzungen bei NIMT Kenntnis gehabt haben. Warum hat sie dort nicht rechtzeitig eingegriffen? So ließ sie den Streit gären und zwei Menschen wurden ermordet von einem Individuum, dem der Hass und/oder die Rache die Sinne raubten. Der Vorgang ist empörend: In einer Bildungseinrichtung des Landes schwelt der Kampf zwischen ehemaligen Gegnern auf dem Kampffeld unter den Augen der Regierung und Namibias insgesamt. Das Management wollte die Arbeit sogar einstellen.
Am Morgen des Mordtages will der Angeklagte vor Arandis in Verwirrung am Straßenrand aufgewacht sein, um dann in die Wüste zu fahren. Aus was für „Sicherheitsgründen“ fährt einer mit Schmerzen in die Wüste, wo keine Hilfe zu erwarten ist? Eine Zeugin in Arandis sagt aus, wie ein Wagen in die Wüste fuhr und die Polizei fand die Pistole dort. „Was er hier sucht, und dass er verschwinden soll“, wurde ihm bei der NIMT-Schule gesagt (seine Aussage), woraus ersichtlich ist, dass beide Schulleiter den Unruhestifter verständlicherweise nicht bei sich haben wollten. „In einem Ton, den wir alle hassen“ sagt der Ex-PLAN-Kämpfer. Wer ist „wir“? Namibia ist nicht SWAPO, die die Herrschaft im Land übernommen hat und schon gar nicht die ihr affiliierte PLAN. Unterstützung von SWATF gibt es wohl kaum unter dieser Machtkonstellation und Ex-SWATF sowie Ex-PLAN-Kämpfer arbeiteten auf der Personalebene von NIMT, wo ein autoritätsgewohnter (nicht autoritärer) deutschsprachiger Chef die Führung hatte; aber in einem Land unter Führung der SWAPO. Wer hat hier „Hass“ im Herzen gehabt? Diejenigen, die ihr Leben einer soliden ausgebildeten Jugend widmeten, damit sie im Berufskampf bestehen können, oder derjenige, der im Zeugenstand laufend von Vergangenem spricht ohne ein Schuldgefühl, das zur Besonnenheit mahnt und die Beherrschung (eigene
Aussage) verloren haben will? Eine Pistole wird nicht auf einer Farm gesucht und mitgebracht zum Reden mit Kontrahenten. Die Opfer waren wehrlos. Wo Waffen einem die Macht geben, einen Disput final für sich zu entscheiden, ist keine Liebe im Herzen, sondern der Teufel. Wenn das Herz Gewalt in Erwägung zieht (Vorsatz), ist der Meister der Lüge schon eingetreten und flüstert ins Herz: „Nichts hast du falsch gemacht.“ Wo ist hier Buße, wenn ein Geständnis widerrufen wird, dass man im Nachhinein nicht aus freien Stücken abgelegt haben will und behauptet, unschuldig zu sein. Die Polizei habe „den Falschen“ verhaftet und soll sich die „Hintergründe des Falles vergegenwärtigen“. Was für Hintergründe? Wer ist der Schuldige oder sind die Schuldigen?
Der Angeklagte behauptet nun, dass eine Kampagne zur Vorverurteilung im Gang sei. Tatsächlich hat die Polizei bei diesem Attentat bis zur Anklage nicht von einem Tatverdächtigen, sondern einer Person von Interesse in Polizeigewahrsam berichtet. Wie ein Angeklagter Kaution einreicht, ist es rechtschaffenden Bürgern erlaubt, eine Eingabe dagegen zu machen. Und wenn ich unschuldig bin, was hindert mich daran, meine Frau zur Entlastung vernehmen zu lassen - außer die mögliche Belastung?
Herzliche Grüße, Bernd Seefeldt
Swakopmund
Kommentar
Allgemeine Zeitung
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