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Pro und Kontra zur Robbenjagd

Die empörten, emotional engagierten so genannten "Naturliebhaber", Touristen und die auf Sensation und Profitsucht ausgerichteten Medien vertreten eine vorgefasste, subjektive, einseitig nicht fundierte Ansicht. Aber jede Münze hat zwei Seiten. Hier die tatsächlichen Fakten: Die Robben an unserer Küste spielen immer mehr eine touristische Rolle. Pro: Die Robbenkolonien, die sich im Laufe der Jahre vermehrt haben (natürlich). Sie sind zu einer Zirkusschau auf den Booten von Walvis Bay aus geworden (unnatürlich). Kontra: Die heimische Fischflotte macht ihren kontrollierten Fang vor der Küste (unnatürlich). Internationale Fischfabriken fangen unkontrolliert weiter draußen (unnatürlich).

Weil die natürlichen Feinde der Robben, die Orka-Wale, nicht mehr an unserer Küste vorkommen, nimmt die Anzahl der Robben unkontrolliert zu, der Bestand wächst - die Folge: Überpopulation und Hunger. Mitte der 90er Jahre fand an unserer Küste ein Massensterben der Robben statt, geschätzte 150000 Tiere. Die Ursache: Der kalte Benguela-Strom wurde wärmer, dadurch sauerstoffarm; weniger Plankton und weniger Fisch in Reichweite der Robben waren die Folgen. Das Resultat: Die Robben starben, mager vor Hunger, elend zu Zigtausenden am Strand. Diese Katastrophe wurde aber erstaunlicherweise in keinem Medium mit einer Zeile erwähnt. Auch war kein einziger "Naturliebhaber"-Protest zu hören oder zu lesen.

Beim so genannten Culling (harvesting = schlagen), sprich Kontrollieren des Bestandes, um den oben erwähnten Fall zu vermeiden, gibt es leider keine "humanere" Art des Tötens. Dies geschieht aber nicht, wie auf den von der Sensationspresse gestellten Bildern, bei lebendigem Leib. Die erlaubten Quoten wurden nie zu 100% erfüllt, meistens nur zu ca. 60%. Bei den alten Bullen wurde die Quote erfüllt, um den Jungen eine Chance zu geben.

Die Körper wurden zu Fleisch und Knochenmehl verarbeitet, bis in England der Rinderwahn ausbrach, angeblich durch Fütterung von Fleischmehl, aber ganz bestimmt nicht von Robben aus namibischen Gewässern. Heute wird kein Fleischmehl von Robben produziert, weil dessen Ausfuhr verboten ist. Der oft genannte Penis ist ein Nebenprodukt und keinesfalls der Zweck des Schlagens.

Die Umwelt wird stark von uns Menschen negativ beeinflusst. Wenn dann der "Verursacher" kontrollierend eingreift, um dies nicht der grausamen Natur zu überlassen, kommt von angeblichen "Naturfreunden" aus Unkenntnis drohende, verdammende Beschimpfung, keinesfalls aufbauende Kritik oder Verständnis. Human in der Natur - bei vielen modernen Menschen kann man das unter dem Einfluss der Medien nicht mehr erwarten. Welcher zivilisierte Mensch weiß, wie grausam die Natur wirklich ist!?

K.A. Steinmeister, Namibia

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2024-11-22

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