Unternehmer, Pferdenarr und Vermittler: Dieter Voigts wird 65
Die Höhepunkte in seinem Leben, sagt Dieter Voigts, seien sehr eng mit dem Familienbetrieb verbunden. Unternehmergeist, Mut zum Risiko, Herausforderungen der Marktwirtschaft und die Familientradition sind es, die ihn prägen. Heute feiert der Unternehmer seinen 65. Geburtstag.
Dieter Voigts ist ein Mann der "alten Schule". Einen Computer sucht man vergeblich in seinem Büro, dafür steht hier die Rechenmaschine, die er anno dunnemals bedient und die inzwischen Seltenheitswert hat. Tradition - dieses Wort kennzeichnet die Firma Wecke & Voigts, inzwischen mehr als 110 Jahre alt, auf perfekte Weise. Und diese Tradition in familiärer Bande hat auch den Werdegang von Dieter Voigts bestimmt.
In Windhoek geboren, besuchte er hier die Höhere Privatschule und ging dann mit seinem Bruder an die High School nach Kapstadt. Zurück in Windhoek, fing er "als Stift in der Firma" an. Bei seinen ersten Gehversuchen auf diesem Gebiet stand ihm Heini Daehlmann zur Seite. Doch es war nur ein kurzes Gastspiel, denn nach ca. sechs Monaten ging Voigts im Jahr 1956 nach Deutschland. In Langenberg (Rheinland) absolvierte er bei Götz Neuhaus eine kaufmännische Ausbildung. "Ich habe ihm viel zu verdanken, er hatte viel Verständnis für einen ungehobelten Südwester", schmunzelt Voigts rückblickend. Seinen Abschluss machte er damals als Kaufmannsgehilfe im Textilgroßhandel. Aber schon während der Lehrzeit und auch danach reizten ihn weitere Aufgaben. So arbeitete er in verschiedenen Industriebetrieben und bei einer Bank, war dann in Paris im Textilbereich und danach in London im Einzelhandel tätig. Nach sieben Jahren - in denen Voigts nur einmal zu Hause war - kam er zurück nach Windhoek.
Im Oktober 1963 stieg er ins Familienunternehmen ein, zunächst als Hilfskraft in der Kalkulation unter Wolf Drews. Mit dem Umbau und der Expansion des Geschäfts in der Innenstadt im Jahr 1965 kam für ihn der erste große Höhepunkt. "Wir waren damals die ersten, die im Lebensmittelbereich die Selbstbedienung eingeführt haben. Außerdem wurde die Kaffeebar eingerichtet, die fortan von "Tante Hanna" regiert wurde. Wenige Jahre später - 1969 - stand die nächste Veränderung ins Haus: der Umbau zum French Bank Centre, heute Gustav Voigts Zentrum. "Damals entstand ein Einkaufszentrum, das einzigartig in diesem Land war. Durch ständige Modernisierung sind wir auch heute noch eines der führenden Einkaufszentren in Namibia."
In den 70er Jahren übernahm Dieter Voigts mit seinem Vater Gerhard Voigts die Zügel der Firma, nachdem sein Onkel Harald Voigts sich auf seine Farm zurückzog. "Ich habe zum Glück immer ein sehr gutes Arbeitsverhältnis zu meinem Vater gehabt, der mir viel Selbstständigkeit gelassen hat", sagt Voigts. Diese Verantwortung hat ihm geholfen, als er nach dem Tod des Vaters (1985) allein am Ruder stand. An Seegang mangelte es hiernach nicht. 1993 wurde der neue Großhandel eröffnet ("Ein mutiger Schritt, der sich als richtig erwiesen hat."), vier Jahre später kam der Rückzug aus dem Textilsektor und damit die Eröffnung des auf Franchise-Basis geführten Geschäfts Queenspark. Dem folgte "eine Radikalkur" für den Laden. "Alles abreißen und neu bauen", so lautete die Devise. Im Oktober 1999 wurde das neue Wecke & Voigts-Zentrum in der Independence Avenue eingeweiht - "der absolute Höhepunkt meiner Firmengeschichte", beschreibt der 1992 mit dem ersten Marketing-Preis des Jahres ausgezeichnete Unternehmer diesen Anlass.
Inzwischen ist mit Adriane und Robert die nächste Generation im Unternehmen etabliert. "Im Prinzip bin ich gesegnet, dass ich mit meiner Ehefrau Helga glücklich verheiratet bin und wir gesunde Kinder haben, die mit vollem Elan in der Firma sind. Ich freue mich immer über ihre neuen Ideen, die dann auch umgesetzt werden", sagt Voigts. Unter Druck gesetzt fühlt er sich nicht. "Ein Ausstiegsdatum halte ich flexibel", antwortet er auf entsprechende Nachfrage. Aber der Ausstieg kommt. Und danach? "Dann kann ich mich mehr um die Dinge kümmern, die mir auch Spaß machen", sagt er. Gemeint sind Pferde. Das Interesse dafür wurde ihm durch die Pferdezucht seines Vaters quasi in die Wiege gelegt. "Ich bin mein ganzes Leben lang geritten und habe Namibia in den Kategorien Dressur, Springen und Vielseitigkeit vertreten", so Voigts. Und Preise geholt. Die höchste Auszeichnung holte er 1981 in Okahandja mit dem Sieg in der Nationalen Dressurmeisterschaft von Südafrika. Die Reiterei wurde vom Leistungssport zum Hobby, auch heute steigt er noch oft in den Sattel.
Die unternehmerische Herausforderung ist es, die ihn treibt. Nicht nur für seine Firma. Dieter Voigts war im Direktorium von Old Mutual und Namfish aktiv, sein Rat ist heute noch im Direktorium des Kalahari Sand Hotels (seit 1974) sowie der First National Band (Vorsitzender des Direktoriums seit 1988) gefragt. Dennoch: Er weiß und will, dass die nächste Generation in die Verantwortung muss. Überall. "Die jungen Leute sollen ins Ausland gehen, dort etwas lernen und dann zurückkommen. Ich bin zuversichtlich, dass die Jugend hier ein erfolgreiches, erfülltes Leben führen kann", sagt er. Das bestätigt seine Lebensmaxime: "Ich bin zum Glück Optimist, und was die Zukunft angeht bleibe ich Optimist." Und weiter: Ich denke, dass Namibia eine positive Zukunft bevorsteht", sagt er allen Unkenrufen zum Trotz. Auch wenn auf höchster Ebene zuweilen viel Porzellan zerschlagen wurde und wird, bevorzugt Dieter Voigts die Strategie der leisen Töne. "Ich habe mich nie politisch engagiert, aber immer Kontakt gehalten und versucht, zwischen politischen Gegnern eine Basis zu finden und hinter den Kulissen für Verständigung und Vernunft zu werben. Man sollte immer das Gespräch suchen, dann geht es weiter", sagt er. Auch von Höhepunkt zu Höhepunkt.
Dieter Voigts ist ein Mann der "alten Schule". Einen Computer sucht man vergeblich in seinem Büro, dafür steht hier die Rechenmaschine, die er anno dunnemals bedient und die inzwischen Seltenheitswert hat. Tradition - dieses Wort kennzeichnet die Firma Wecke & Voigts, inzwischen mehr als 110 Jahre alt, auf perfekte Weise. Und diese Tradition in familiärer Bande hat auch den Werdegang von Dieter Voigts bestimmt.
In Windhoek geboren, besuchte er hier die Höhere Privatschule und ging dann mit seinem Bruder an die High School nach Kapstadt. Zurück in Windhoek, fing er "als Stift in der Firma" an. Bei seinen ersten Gehversuchen auf diesem Gebiet stand ihm Heini Daehlmann zur Seite. Doch es war nur ein kurzes Gastspiel, denn nach ca. sechs Monaten ging Voigts im Jahr 1956 nach Deutschland. In Langenberg (Rheinland) absolvierte er bei Götz Neuhaus eine kaufmännische Ausbildung. "Ich habe ihm viel zu verdanken, er hatte viel Verständnis für einen ungehobelten Südwester", schmunzelt Voigts rückblickend. Seinen Abschluss machte er damals als Kaufmannsgehilfe im Textilgroßhandel. Aber schon während der Lehrzeit und auch danach reizten ihn weitere Aufgaben. So arbeitete er in verschiedenen Industriebetrieben und bei einer Bank, war dann in Paris im Textilbereich und danach in London im Einzelhandel tätig. Nach sieben Jahren - in denen Voigts nur einmal zu Hause war - kam er zurück nach Windhoek.
Im Oktober 1963 stieg er ins Familienunternehmen ein, zunächst als Hilfskraft in der Kalkulation unter Wolf Drews. Mit dem Umbau und der Expansion des Geschäfts in der Innenstadt im Jahr 1965 kam für ihn der erste große Höhepunkt. "Wir waren damals die ersten, die im Lebensmittelbereich die Selbstbedienung eingeführt haben. Außerdem wurde die Kaffeebar eingerichtet, die fortan von "Tante Hanna" regiert wurde. Wenige Jahre später - 1969 - stand die nächste Veränderung ins Haus: der Umbau zum French Bank Centre, heute Gustav Voigts Zentrum. "Damals entstand ein Einkaufszentrum, das einzigartig in diesem Land war. Durch ständige Modernisierung sind wir auch heute noch eines der führenden Einkaufszentren in Namibia."
In den 70er Jahren übernahm Dieter Voigts mit seinem Vater Gerhard Voigts die Zügel der Firma, nachdem sein Onkel Harald Voigts sich auf seine Farm zurückzog. "Ich habe zum Glück immer ein sehr gutes Arbeitsverhältnis zu meinem Vater gehabt, der mir viel Selbstständigkeit gelassen hat", sagt Voigts. Diese Verantwortung hat ihm geholfen, als er nach dem Tod des Vaters (1985) allein am Ruder stand. An Seegang mangelte es hiernach nicht. 1993 wurde der neue Großhandel eröffnet ("Ein mutiger Schritt, der sich als richtig erwiesen hat."), vier Jahre später kam der Rückzug aus dem Textilsektor und damit die Eröffnung des auf Franchise-Basis geführten Geschäfts Queenspark. Dem folgte "eine Radikalkur" für den Laden. "Alles abreißen und neu bauen", so lautete die Devise. Im Oktober 1999 wurde das neue Wecke & Voigts-Zentrum in der Independence Avenue eingeweiht - "der absolute Höhepunkt meiner Firmengeschichte", beschreibt der 1992 mit dem ersten Marketing-Preis des Jahres ausgezeichnete Unternehmer diesen Anlass.
Inzwischen ist mit Adriane und Robert die nächste Generation im Unternehmen etabliert. "Im Prinzip bin ich gesegnet, dass ich mit meiner Ehefrau Helga glücklich verheiratet bin und wir gesunde Kinder haben, die mit vollem Elan in der Firma sind. Ich freue mich immer über ihre neuen Ideen, die dann auch umgesetzt werden", sagt Voigts. Unter Druck gesetzt fühlt er sich nicht. "Ein Ausstiegsdatum halte ich flexibel", antwortet er auf entsprechende Nachfrage. Aber der Ausstieg kommt. Und danach? "Dann kann ich mich mehr um die Dinge kümmern, die mir auch Spaß machen", sagt er. Gemeint sind Pferde. Das Interesse dafür wurde ihm durch die Pferdezucht seines Vaters quasi in die Wiege gelegt. "Ich bin mein ganzes Leben lang geritten und habe Namibia in den Kategorien Dressur, Springen und Vielseitigkeit vertreten", so Voigts. Und Preise geholt. Die höchste Auszeichnung holte er 1981 in Okahandja mit dem Sieg in der Nationalen Dressurmeisterschaft von Südafrika. Die Reiterei wurde vom Leistungssport zum Hobby, auch heute steigt er noch oft in den Sattel.
Die unternehmerische Herausforderung ist es, die ihn treibt. Nicht nur für seine Firma. Dieter Voigts war im Direktorium von Old Mutual und Namfish aktiv, sein Rat ist heute noch im Direktorium des Kalahari Sand Hotels (seit 1974) sowie der First National Band (Vorsitzender des Direktoriums seit 1988) gefragt. Dennoch: Er weiß und will, dass die nächste Generation in die Verantwortung muss. Überall. "Die jungen Leute sollen ins Ausland gehen, dort etwas lernen und dann zurückkommen. Ich bin zuversichtlich, dass die Jugend hier ein erfolgreiches, erfülltes Leben führen kann", sagt er. Das bestätigt seine Lebensmaxime: "Ich bin zum Glück Optimist, und was die Zukunft angeht bleibe ich Optimist." Und weiter: Ich denke, dass Namibia eine positive Zukunft bevorsteht", sagt er allen Unkenrufen zum Trotz. Auch wenn auf höchster Ebene zuweilen viel Porzellan zerschlagen wurde und wird, bevorzugt Dieter Voigts die Strategie der leisen Töne. "Ich habe mich nie politisch engagiert, aber immer Kontakt gehalten und versucht, zwischen politischen Gegnern eine Basis zu finden und hinter den Kulissen für Verständigung und Vernunft zu werben. Man sollte immer das Gespräch suchen, dann geht es weiter", sagt er. Auch von Höhepunkt zu Höhepunkt.
Kommentar
Allgemeine Zeitung
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