Vor 50 Jahren
20. Mai 1970
DER KONGRESS DER FLEISCHPRODUZENTEN
Windhoek – Die herrschende Dürre in Südwestafrika, die getroffenen Hilfsmaßnahmen und die vorgesehene erhöte Produktion der Fleischfabriken werden im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses der SWA Fleischproduzenten stehen. Am Dienstagabend wurde der Kongress in Windhoek offiziell eröffnet und wird voraussichtlich bis Donnerstag dauern. Gastredner war Dr. J. Hofmeyer, der Leiter des Forschungsinstituts für Viehzucht und Molkereiwirtschaft in Irene bei Pretoria.
In seiner Eröffnungsansprache gab Dr. Hofmeyer vorerst einen komprimierten Überblick über den Stand der Fleischproduktion im Ausland, ehe er sich dem südlichen Afrika zuwandte. Die Fleischindustrie sei, so führte Dr. Hofmeyer aus, in Südafrika nicht so gesund, wie sie sein könnte. Biologisch funktioniere sie beim Produzenten und Farmer nicht zweckmäßig genug. Die Kalbung sei sehr niedrig, die Mortalität sehr hoch, das Wachstum schwach, und die Rinder seien nicht ausreichend marktfertig, wenn sie verladen werden.
Im Hinblick auf die Zukunft meinte Dr. Hofmeyer, dass der Fleischproduzent einer Aera der Intensivierung auf jedem Sektor entgegengehe. Der Bevölkerungszuwachs sei sehr groß, und gleichzeitig werde das verfügbare Land für Agrarzwecke besonders in den entwickelten Ländern in beschleunigtem Maße reduziert. Das Tempo der Entwicklung in den unterentwickelten Ländern sei wiederum so langsam, dass man nicht die Entfaltung ihres vorhandenen Potentials abwarten könne. Ein Drittel des afrikanischen Kontinents eigne sich wegen der Viehseuchengefahren nicht für die Rinderhaltung. Wenn es möglich wäre, dieses Areal seuchenfrei zu halten, könnte es mit 125 Millionen Rindern bestockt werden.
DIE KRICKETTOUR FINDET STATT
London — Der britische Kricketrat hat sich für die Durchführung einer Gastspielreise der südafrikanischen Kricket-Nationalmannschaft entschieden. Seit Monaten wird von den verschiedensten Instanzen auf den Rat Druck ausgeübt, diese Reise abzusagen. Eine erhebliche Mehrheit des 28 Mitglieder starken Kricketrates hat sich für die Tour ausgesprochen. Die Südafrikaner sollen in 13 Tagen in Großbritannien eintreffen.
Der Kricketrat erklärte jedoch zusätzlich, dass in Zukunft keine weiteren Gastspielreisen zwischen England und Südafrika stattfinden würden, bis die südafrikanische Nationalmannschaft auf einer gemischtrassigen Basis zusammengestellt würde.
Dieser Beschluss des Kricketrates hat die meisten Kreise überrascht. Eine Mehrzahl der Beobachter hatte nämlich inzwischen den Eindruck gewonnen, dass der zunehmende Druck und die Drohungen mit massiven Antiapartheids-Demonstrationen sowie der Ausschluss Südafrikas aus dem Internationalen OIympischen Komitee zur Absage dieser Tour beitragen würden. Zudem hatte der britische Ministerpräsident Harold Wilson am Montag Parlamentswahlen für den 18. Juni, den Tag des ersten Kricketländerspiels zwischen Südafrika und England, angesetzt. Wilson selbst hatte dem Kricketrat ebenfalls nahegelegt, von dieser Gastspielreise abzusehen.
In Lagos erklärte der Präsident des Obersten Rates für Sport in Afrika, Abraham Ordia, die afrikanischen Länder würden die Commonwealth-Spiele im Juli in Schottland boykottieren. Dies sei keine leere Drohung.
VON SPRETIS MÖRDER GETÖTET
Mexiko — Verteidigungsminister Marcelino Garcia Barragan erklärte Pressevertretern, der Mörder des deutschen Botschafters Graf von Spreti sei bei einem Überfall von Guerillas in das mexikanische Gebiet getötet worden. Bauern hatten sich über das Eindringen von guatemaltekischen Guerillas beklagt, worauf mexikanische Soldaten in das bedrohte Grenzgebiet entsandt worden seien. Während eines Gefechts verloren die Guerillas drei Tote, die sie zurückließen. Bei dem einen Toten wurden die Dokumente gefunden, die darauf schließen lassen, dass es sich um den Mörder Graf von Spretis handelte, den 40-jährigen Marco Antonio Yon Sosa, „Mao Tse-tung Zentralamerikas“ genannt. Yon Sosa war der Sohn eines chinesischen Händlers und früheren Leutnants in der guatemaltekischen Armee. Sosa galt als einer der ruchlosesten Guerillas.
HERZVERPFLANZUNGSPATIET GESTORBEN
Stanford (Kalifornien) — Im Medizinischen Zentrum Stanfords ist der 52-jährige Robert O. McKee gestorben. Die Ursachen sind noch nicht bekannt. McKee hatte am 31. August 1968 nach dreijähriger schwerer Herzkrankheit ein neues Herz erhalten. Er nahm nachher seine Tätigkeit als Grundstücksmakler wieder auf und schwamm, fischte und spielte Bowling, was er vorher während Jahren nicht mehr hatte tun können. Er hinterläßt eine Frau und zwei Söhne.
PREMIER VORSTER IN MALAWI
Zomba — Der südafrikanische Ministerpräsident B. J. Vorster, seine Frau und Außenminister Dr. Hilgard Muller trafen am Dienstag überraschenderweise zu einem offiziellen Staatsbesuch in Malawi ein. Am Montag wurde zum ersten Mal bekannt, dass Vorster sowohl von Präsident Hastings Banda nach Malawi als auch von Premier Ian Smith nach Rhodesien eingeladen worden war. Über die Termine verlautete jedoch nichts.
Ministerpräsident Vorster und seine Gesellschaft trafen am Dienstagvormittag mit einer Sondermaschine der südafrikanischen Luftfahrtgesellschaft auf dem Flugplatz Chileka bei Blantyre ein. Ihnen wurde eine farbenfreudige und spontane Begrüßung der einheimischen Bevölkerung zuteil. Am Flugplatz wurden die südafrikanischen Gäste von acht Ministern der malawischen Regierung empfangen. In der Gesellschaft des südafrikanischen Premiers befindet sich auch Dr. P. S. Rautenbach, ein Planungsberater des Ministerpräsidenten.
Windhoek – Die herrschende Dürre in Südwestafrika, die getroffenen Hilfsmaßnahmen und die vorgesehene erhöte Produktion der Fleischfabriken werden im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses der SWA Fleischproduzenten stehen. Am Dienstagabend wurde der Kongress in Windhoek offiziell eröffnet und wird voraussichtlich bis Donnerstag dauern. Gastredner war Dr. J. Hofmeyer, der Leiter des Forschungsinstituts für Viehzucht und Molkereiwirtschaft in Irene bei Pretoria.
In seiner Eröffnungsansprache gab Dr. Hofmeyer vorerst einen komprimierten Überblick über den Stand der Fleischproduktion im Ausland, ehe er sich dem südlichen Afrika zuwandte. Die Fleischindustrie sei, so führte Dr. Hofmeyer aus, in Südafrika nicht so gesund, wie sie sein könnte. Biologisch funktioniere sie beim Produzenten und Farmer nicht zweckmäßig genug. Die Kalbung sei sehr niedrig, die Mortalität sehr hoch, das Wachstum schwach, und die Rinder seien nicht ausreichend marktfertig, wenn sie verladen werden.
Im Hinblick auf die Zukunft meinte Dr. Hofmeyer, dass der Fleischproduzent einer Aera der Intensivierung auf jedem Sektor entgegengehe. Der Bevölkerungszuwachs sei sehr groß, und gleichzeitig werde das verfügbare Land für Agrarzwecke besonders in den entwickelten Ländern in beschleunigtem Maße reduziert. Das Tempo der Entwicklung in den unterentwickelten Ländern sei wiederum so langsam, dass man nicht die Entfaltung ihres vorhandenen Potentials abwarten könne. Ein Drittel des afrikanischen Kontinents eigne sich wegen der Viehseuchengefahren nicht für die Rinderhaltung. Wenn es möglich wäre, dieses Areal seuchenfrei zu halten, könnte es mit 125 Millionen Rindern bestockt werden.
DIE KRICKETTOUR FINDET STATT
London — Der britische Kricketrat hat sich für die Durchführung einer Gastspielreise der südafrikanischen Kricket-Nationalmannschaft entschieden. Seit Monaten wird von den verschiedensten Instanzen auf den Rat Druck ausgeübt, diese Reise abzusagen. Eine erhebliche Mehrheit des 28 Mitglieder starken Kricketrates hat sich für die Tour ausgesprochen. Die Südafrikaner sollen in 13 Tagen in Großbritannien eintreffen.
Der Kricketrat erklärte jedoch zusätzlich, dass in Zukunft keine weiteren Gastspielreisen zwischen England und Südafrika stattfinden würden, bis die südafrikanische Nationalmannschaft auf einer gemischtrassigen Basis zusammengestellt würde.
Dieser Beschluss des Kricketrates hat die meisten Kreise überrascht. Eine Mehrzahl der Beobachter hatte nämlich inzwischen den Eindruck gewonnen, dass der zunehmende Druck und die Drohungen mit massiven Antiapartheids-Demonstrationen sowie der Ausschluss Südafrikas aus dem Internationalen OIympischen Komitee zur Absage dieser Tour beitragen würden. Zudem hatte der britische Ministerpräsident Harold Wilson am Montag Parlamentswahlen für den 18. Juni, den Tag des ersten Kricketländerspiels zwischen Südafrika und England, angesetzt. Wilson selbst hatte dem Kricketrat ebenfalls nahegelegt, von dieser Gastspielreise abzusehen.
In Lagos erklärte der Präsident des Obersten Rates für Sport in Afrika, Abraham Ordia, die afrikanischen Länder würden die Commonwealth-Spiele im Juli in Schottland boykottieren. Dies sei keine leere Drohung.
VON SPRETIS MÖRDER GETÖTET
Mexiko — Verteidigungsminister Marcelino Garcia Barragan erklärte Pressevertretern, der Mörder des deutschen Botschafters Graf von Spreti sei bei einem Überfall von Guerillas in das mexikanische Gebiet getötet worden. Bauern hatten sich über das Eindringen von guatemaltekischen Guerillas beklagt, worauf mexikanische Soldaten in das bedrohte Grenzgebiet entsandt worden seien. Während eines Gefechts verloren die Guerillas drei Tote, die sie zurückließen. Bei dem einen Toten wurden die Dokumente gefunden, die darauf schließen lassen, dass es sich um den Mörder Graf von Spretis handelte, den 40-jährigen Marco Antonio Yon Sosa, „Mao Tse-tung Zentralamerikas“ genannt. Yon Sosa war der Sohn eines chinesischen Händlers und früheren Leutnants in der guatemaltekischen Armee. Sosa galt als einer der ruchlosesten Guerillas.
HERZVERPFLANZUNGSPATIET GESTORBEN
Stanford (Kalifornien) — Im Medizinischen Zentrum Stanfords ist der 52-jährige Robert O. McKee gestorben. Die Ursachen sind noch nicht bekannt. McKee hatte am 31. August 1968 nach dreijähriger schwerer Herzkrankheit ein neues Herz erhalten. Er nahm nachher seine Tätigkeit als Grundstücksmakler wieder auf und schwamm, fischte und spielte Bowling, was er vorher während Jahren nicht mehr hatte tun können. Er hinterläßt eine Frau und zwei Söhne.
PREMIER VORSTER IN MALAWI
Zomba — Der südafrikanische Ministerpräsident B. J. Vorster, seine Frau und Außenminister Dr. Hilgard Muller trafen am Dienstag überraschenderweise zu einem offiziellen Staatsbesuch in Malawi ein. Am Montag wurde zum ersten Mal bekannt, dass Vorster sowohl von Präsident Hastings Banda nach Malawi als auch von Premier Ian Smith nach Rhodesien eingeladen worden war. Über die Termine verlautete jedoch nichts.
Ministerpräsident Vorster und seine Gesellschaft trafen am Dienstagvormittag mit einer Sondermaschine der südafrikanischen Luftfahrtgesellschaft auf dem Flugplatz Chileka bei Blantyre ein. Ihnen wurde eine farbenfreudige und spontane Begrüßung der einheimischen Bevölkerung zuteil. Am Flugplatz wurden die südafrikanischen Gäste von acht Ministern der malawischen Regierung empfangen. In der Gesellschaft des südafrikanischen Premiers befindet sich auch Dr. P. S. Rautenbach, ein Planungsberater des Ministerpräsidenten.
Kommentar
Allgemeine Zeitung
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