Weihnachtsbäume in Namibia
Die Sitte, einen Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schmücken, ist aus Europa nach Namibia gekommen - sie hält sich, obgleich viele der klimabedingten europäischen Voraussetzungen hier fehlen. In der europäischen Kultur versinnbildlicht der Lichterbaum die Hoffnung auf einen neuen Frühling und die Wiederkehr des Lichtes nach dem langen kalten und dunklen Winter - hier fällt die Weihnachtsfeier in die heißeste Jahreszeit und in den Zeitraum der längsten Tage. Alle Namibier warten um diese Jahreszeit sehnlichst auf Regen. Besonders die Landbevölkerung wünscht beim Anblick der verdorrenden Äcker und den hungernden und unter der Hitze leidenden Tiere täglich eher, dass "die böse Sonne" endlich untergehen möge.
In Namibia ist es oft schwer, die Kinder für zu weihnachtliche Basteleien anzuhalten - bei dem heißen Wetter tummeln alle sich lieber im Schwimmbad. Wenn es nach Sonnenuntergang und der kurzen Dämmerung endlich kühler wird, erholt man sich lieber im Liegestuhl auf der Veranda oder unter dem freien klaren Sternenhimmel als bei Kerzenschimmer weihnachtliche Lieder zu singen und im heißen Ofen Plätzchen zu backen und gar ein Hexenhäuschen herzustellen.
Dennoch ist in den allermeisten Haushalten europäischer Herkunft das Traditionsbewusstsein und der Wunsch, die weihnachtliche Botschaft der Liebe und der Hoffnung angemessen zu feiern so stark, dass ein Weihnachtsbaum in irgendeiner Form aufgestellt wird. Woher nimmt man aber im aridesten Land südlich der Sahara einen grünen Weihnachtsbaum? Das ist oft gar nicht so einfach, weil es vor Weihnachten häufig noch nicht so viel geregnet hat, dass auch nur die Akazien grün werden.
Natürlich hängt es auch davon ab, wo man lebt. Bei Gesprächen über dieses Thema habe ich erfahren, dass manche Farmer einen bestimmten Dornbaum auf ihrer Farm schon Wochen vor Weihnachten regelmäßig bewässern, damit er am 24. auch schön grün ist. Andere würden zu diesem Zweck laufend junge Zypressen pflanzen oder Kasuarinen im Topf ziehen. Selbst wenn das Land sonst noch trocken ist, finden die Weißdornbäume (Acacia karroo) in den Galeriewäldern entlang der Riviere [Trockenflüsse] genug Grundwasser, dass sie zu Weihnachten schon grün und häufig auch mit den schönen goldgelben Kugelblüten bedeckt sind. Hat man selbst kein Rivier auf der Farm, findet sich meist ein Nachbar, bei dem man sich einige Zweige oder ein junges Bäumchen dieser Art zum Fest holen kann, das dann mit den Blüten ganz besonders schön aussieht.
Eine weitere Möglichkeit bieten die Ringelhülsenakazien (Acacia tortilis), die besonders im Jugendstadium sehr viele weiße lange, gerade Dornen haben, und die mit Kerzen und Lametta verziert auch sehr feierlich wirken können.
In Namibia gibt es mehr als zehn verschiedene Asparagusarten [wilder Spargel]. Manche werden über 2 m hoch und haben sehr feste und ziemlich lange "Nadeln" und lassen sich ebenfalls gut als Weihnachtsbaum schmücken.
In meiner Kindheit in den Otavibergen wählten wir als Weihnachtsbaum einen Laubbaum, den "Behaarten Kudubusch" (Combretum apiculatum subsp. apiculatum), der einem Apfelbaum entfernt ähnlich sieht. Das großblättrige Laub dieses Baumes duftet sehr schön und hält sich auch gut, während Akazienblätter zwar auch einen typischen und angenehmen Duft verströmen, sich aber bald zusammenfalten und dann etwas spärlich wirken. Es war dieser schöne Duft, der meine Eltern bewog, diesen Laubbaum zu Weihnachten ins Wohnzimmer zu holen und zu schmücken.
Ein origineller und besonders schöner Weihnachtsbaum ist auf dem beiliegenden Foto zu sehen, das in einem bekannte Lokal am Jan Jonker-Weg in Klein Windhoek aufgenommen wurde. Dieser Baum besteht aus dem Blütenstand einer Agave. Viele Agaven treiben nur einmal in ihrem Leben einen derartig langen Blütenstand, an dem sich häufig nicht nur Blüten, sondern auch Brutknospen entwickeln. Das sind kleine Ableger, die sich bewurzeln können, wenn sie auf die Erde fallen und dort geeignete Bedingungen finden. In dem hohen Raum des Restaurants wirkte dieser geschmackvoll verzierte Baum besonders festlich.
Wer keinen Zugang zu natürlichen Bäumen der genannten Art hat, greift zu den vielen verschiedenen künstlichen Weihnachtsbäumen aus grünem Kunststoff, die nach dem Fest zusammengeklappt bis zum nächsten Jahr aufbewahrt werden. Auf Straßenmärkten angeboten werden auch "Bäumchen", die ganz und gar aus Draht geformt und mit Sternen und ähnlichen Motiven aus Draht geschmückt sind. Es gibt noch viele andere Variationen - wir hatten in der Stadt eine etwa 150 cm hohe kegelförmige schmiedeeiserne Spirale, die mit grünen Zweigen umwickelt auch sehr feierlich wirkte. Die grünen Zweige bekamen wir bei der Windhoeker Stadtverwaltung, die jeweils zum 1. Advent und zu Weihnachten die Lebensbäume am Friedhof stutzt und die Abschnitte gegen ein geringes Entgelt verkauft.
In Namibia ist es oft schwer, die Kinder für zu weihnachtliche Basteleien anzuhalten - bei dem heißen Wetter tummeln alle sich lieber im Schwimmbad. Wenn es nach Sonnenuntergang und der kurzen Dämmerung endlich kühler wird, erholt man sich lieber im Liegestuhl auf der Veranda oder unter dem freien klaren Sternenhimmel als bei Kerzenschimmer weihnachtliche Lieder zu singen und im heißen Ofen Plätzchen zu backen und gar ein Hexenhäuschen herzustellen.
Dennoch ist in den allermeisten Haushalten europäischer Herkunft das Traditionsbewusstsein und der Wunsch, die weihnachtliche Botschaft der Liebe und der Hoffnung angemessen zu feiern so stark, dass ein Weihnachtsbaum in irgendeiner Form aufgestellt wird. Woher nimmt man aber im aridesten Land südlich der Sahara einen grünen Weihnachtsbaum? Das ist oft gar nicht so einfach, weil es vor Weihnachten häufig noch nicht so viel geregnet hat, dass auch nur die Akazien grün werden.
Natürlich hängt es auch davon ab, wo man lebt. Bei Gesprächen über dieses Thema habe ich erfahren, dass manche Farmer einen bestimmten Dornbaum auf ihrer Farm schon Wochen vor Weihnachten regelmäßig bewässern, damit er am 24. auch schön grün ist. Andere würden zu diesem Zweck laufend junge Zypressen pflanzen oder Kasuarinen im Topf ziehen. Selbst wenn das Land sonst noch trocken ist, finden die Weißdornbäume (Acacia karroo) in den Galeriewäldern entlang der Riviere [Trockenflüsse] genug Grundwasser, dass sie zu Weihnachten schon grün und häufig auch mit den schönen goldgelben Kugelblüten bedeckt sind. Hat man selbst kein Rivier auf der Farm, findet sich meist ein Nachbar, bei dem man sich einige Zweige oder ein junges Bäumchen dieser Art zum Fest holen kann, das dann mit den Blüten ganz besonders schön aussieht.
Eine weitere Möglichkeit bieten die Ringelhülsenakazien (Acacia tortilis), die besonders im Jugendstadium sehr viele weiße lange, gerade Dornen haben, und die mit Kerzen und Lametta verziert auch sehr feierlich wirken können.
In Namibia gibt es mehr als zehn verschiedene Asparagusarten [wilder Spargel]. Manche werden über 2 m hoch und haben sehr feste und ziemlich lange "Nadeln" und lassen sich ebenfalls gut als Weihnachtsbaum schmücken.
In meiner Kindheit in den Otavibergen wählten wir als Weihnachtsbaum einen Laubbaum, den "Behaarten Kudubusch" (Combretum apiculatum subsp. apiculatum), der einem Apfelbaum entfernt ähnlich sieht. Das großblättrige Laub dieses Baumes duftet sehr schön und hält sich auch gut, während Akazienblätter zwar auch einen typischen und angenehmen Duft verströmen, sich aber bald zusammenfalten und dann etwas spärlich wirken. Es war dieser schöne Duft, der meine Eltern bewog, diesen Laubbaum zu Weihnachten ins Wohnzimmer zu holen und zu schmücken.
Ein origineller und besonders schöner Weihnachtsbaum ist auf dem beiliegenden Foto zu sehen, das in einem bekannte Lokal am Jan Jonker-Weg in Klein Windhoek aufgenommen wurde. Dieser Baum besteht aus dem Blütenstand einer Agave. Viele Agaven treiben nur einmal in ihrem Leben einen derartig langen Blütenstand, an dem sich häufig nicht nur Blüten, sondern auch Brutknospen entwickeln. Das sind kleine Ableger, die sich bewurzeln können, wenn sie auf die Erde fallen und dort geeignete Bedingungen finden. In dem hohen Raum des Restaurants wirkte dieser geschmackvoll verzierte Baum besonders festlich.
Wer keinen Zugang zu natürlichen Bäumen der genannten Art hat, greift zu den vielen verschiedenen künstlichen Weihnachtsbäumen aus grünem Kunststoff, die nach dem Fest zusammengeklappt bis zum nächsten Jahr aufbewahrt werden. Auf Straßenmärkten angeboten werden auch "Bäumchen", die ganz und gar aus Draht geformt und mit Sternen und ähnlichen Motiven aus Draht geschmückt sind. Es gibt noch viele andere Variationen - wir hatten in der Stadt eine etwa 150 cm hohe kegelförmige schmiedeeiserne Spirale, die mit grünen Zweigen umwickelt auch sehr feierlich wirkte. Die grünen Zweige bekamen wir bei der Windhoeker Stadtverwaltung, die jeweils zum 1. Advent und zu Weihnachten die Lebensbäume am Friedhof stutzt und die Abschnitte gegen ein geringes Entgelt verkauft.
Kommentar
Allgemeine Zeitung
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